Spotify Playlist einreichen: So kommt dein Song rein

Dein Song ist fertig, das Cover steht, der Release-Termin auch. Jetzt fehlt nur noch, dass ihn jemand hört. Für die meisten Independent-Artists führt der schnellste Weg zu neuen Hörern über Playlists. Die Frage ist nur: Wo reichst du deinen Song ein, wann, und wem kannst du dabei trauen?
In diesem Artikel gehen wir beide Wege Schritt für Schritt durch: den offiziellen Pitch an die Spotify-Redaktion und das Einreichen bei unabhängigen Kuratoren. Du bekommst einen Zeitplan für deinen Release, eine Vorlage für deinen Pitch-Text und eine Liste mit Warnsignalen, an denen du unseriöse Angebote erkennst. Wir betreiben selbst Rap-Playlists auf Spotify und hören jede Woche Einreichungen. Vieles hier kommt direkt aus dieser Arbeit.
Inhalt
- Zwei Wege in Spotify-Playlists
- Der offizielle Weg: Pitch über Spotify for Artists
- So schreibst du einen guten Pitch
- Unabhängige Kuratoren finden
- Woran du seriöse Kuratoren erkennst
- Der Zeitplan für deinen Release
- Häufige Fehler beim Einreichen
- So läuft das Einreichen bei EVOKE EMOTIONS
- Häufige Fragen
Zwei Wege in Spotify-Playlists
Auf Spotify gibt es grob drei Arten von Playlists. Die redaktionellen Playlists stellt das Spotify-Team selbst zusammen. Die algorithmischen Playlists wie Release Radar oder Discover Weekly entstehen automatisch für jeden Hörer. Und dann gibt es unzählige Playlists von unabhängigen Kuratoren: Blogs, Labels, Fans, Kanäle und Netzwerke, die ihre eigenen Listen pflegen.
Einreichen kannst du nur bei zwei davon. Algorithmische Playlists reagieren auf das Verhalten der Hörer, du beeinflusst sie also indirekt: über Follower, Saves und Hörer, die deinen Song zu Ende hören. Für die beiden anderen Arten sieht der Weg so aus:
| Spotify-Redaktion | Unabhängige Kuratoren | |
|---|---|---|
| Wo einreichen | In Spotify for Artists, direkt bei Spotify | Über Kontaktformular, E-Mail, Website oder Einreichungsportal des Kurators |
| Zeitpunkt | Nur vor dem Release, mindestens 7 Tage vorher | Vor oder nach dem Release |
| Kosten | Kostenlos | Oft kostenlos, manchmal eine Gebühr für das Anhören |
| Wie viele Songs | Ein Song gleichzeitig | Je nach Kurator |
| Rückmeldung | Meist keine, du siehst nur, ob du drin bist | Oft eine Antwort, bei guten Kuratoren mit Feedback |
Unsere Empfehlung: Mach beides. Der Redaktions-Pitch kostet dich nichts außer zehn Minuten, und unabhängige Kuratoren sind für die meisten Artists am Anfang der realistischere Weg zu den ersten Platzierungen.
Der offizielle Weg: Pitch über Spotify for Artists
Spotify nimmt Einreichungen für seine redaktionellen Playlists nur über das eigene Tool in Spotify for Artists an. Es gibt keinen anderen offiziellen Kanal, keine E-Mail-Adresse und keine Agentur, die dort bevorzugt behandelt wird. So gehst du vor:
- Zugang holen. Du brauchst Zugang zu Spotify for Artists für dein Künstlerprofil. Den bekommst du direkt auf der Seite oder über deinen Vertrieb.
- Release früh hochladen. Lade deinen Song bei deinem Vertrieb so früh hoch, dass er in Spotify for Artists unter den kommenden Releases auftaucht. Plane dafür lieber drei bis vier Wochen vor dem Termin ein.
- Song auswählen. Unter „Musik" findest du den kommenden Release. Dort startest du den Pitch für einen Song.
- Formular ausfüllen. Du gibst Genre, Stimmung, Stil und ein paar weitere Details an und schreibst einen kurzen Text zu deinem Song.
- Abschicken und abwarten. Bis zum Release kannst du den Pitch noch bearbeiten, laut Spotify sehen die Redakteure Änderungen aber eventuell nicht mehr.
Laut der offiziellen Spotify-Hilfeseite zum Pitchen gelten dabei ein paar feste Regeln:
- Du reichst mindestens 7 Tage vor der Veröffentlichung ein.
- Du kannst immer nur einen Song gleichzeitig vorschlagen. Erst nach dessen Release ist der nächste dran.
- Bereits veröffentlichte Songs, Compilations und Songs, auf denen du nur Feature bist, kannst du nicht pitchen.
- Ein Pitch garantiert keine Aufnahme in eine Playlist. Die Redaktion kann sich auch für einen anderen Song aus deinem Release entscheiden.
Ein Vorteil, den viele übersehen: Wenn du mindestens 7 Tage vor dem Release pitchst, landet dein Song laut Spotify bei deinen Followern im Release Radar. Selbst wenn kein Redakteur zugreift, bringt dir der Pitch also Reichweite bei den Leuten, die dir schon folgen. Allein deshalb solltest du ihn bei jedem Release nutzen.
So schreibst du einen guten Pitch
Die Redaktion bekommt sehr viele Einreichungen. Dein Text muss in wenigen Sekunden klarmachen, was für ein Song das ist und warum er in eine bestimmte Playlist passt. Was dabei hilft:
- Genre und Stimmung ehrlich angeben. Wenn du „Chill" auswählst und dein Song ein harter Drill-Track ist, sortierst du dich selbst aus. Wähle lieber weniger Tags, die genau passen, als viele, die nur halb stimmen.
- Kurz bleiben. Zwei bis vier Sätze reichen. Worum geht es im Song, wie klingt er, wer hat mitgearbeitet?
- Konkrete Fakten nennen. Ein Feature, ein Produzent mit Namen, eine geplante Tour, ein Musikvideo zum Release, eine Szene, aus der du kommst. Fakten bleiben hängen, Adjektive nicht.
- Deine Pläne zeigen. Schreib, was du selbst für den Release tust: Video, Social-Media-Clips, Lyric-Video, Promotion. Das zeigt, dass der Song nicht nur abgeladen wird.
Ein Beispiel, wie so ein Text aussehen kann:
„Nachtschicht" ist ein melancholischer Deutschrap-Track über die letzten Stunden vor Sonnenaufgang in Frankfurt. Produziert von einem Producer aus unserer Crew, mit Live-Gitarre im Refrain. Zum Release erscheinen ein Musikvideo und eine Serie von Kurzclips. Passt zu ruhigen, nächtlichen Rap-Playlists.
Was du weglassen kannst: deine komplette Biografie, Superlative wie „der beste Song des Jahres" und Vergleiche mit großen Namen, die du nicht belegen kannst.

Unabhängige Kuratoren finden
Für unabhängige Playlists gibt es kein zentrales Formular. Jeder Kurator entscheidet selbst, wie und ob er Einreichungen annimmt. Das klingt umständlich, ist aber deine Chance: Du kannst gezielt die Playlists ansprechen, in denen dein Song wirklich gut aufgehoben ist.
So findest du passende Kuratoren:
- Von deinem Sound ausgehen. Such auf Spotify nach Begriffen, die deinen Song beschreiben, zum Beispiel „Deutschrap Underground", „Melodic Trap" oder „UK Drill". Hör in die Playlists rein. Würde dein Song neben den anderen Tracks bestehen?
- Bei ähnlichen Artists schauen. Öffne die Profile von Artists, die ähnlich klingen wie du und etwas größer sind. Unter „Entdeckt auf" zeigt Spotify oft, in welchen Playlists sie laufen.
- Den Kurator recherchieren. Klick auf den Namen hinter der Playlist. Oft steht in der Beschreibung eine Website, ein Instagram-Profil oder ein Hinweis, wie man einreicht.
- Eine Liste anlegen. Notiere dir Playlist, Kurator, Kontaktweg und ob die Playlist regelmäßig aktualisiert wird. Eine Playlist, die seit Monaten nicht verändert wurde, ist keine gute Adresse.
- Persönlich anschreiben. Kurze Nachricht, Link zum Song, ein Satz, warum er in genau diese Playlist passt. Keine Massenmail an zwanzig Kuratoren im CC.
Rechne damit, dass du nicht von allen eine Antwort bekommst. Viele Kuratoren hören alles an, melden sich aber nur, wenn ein Song passt. Frag nicht nach drei Tagen schon nach. Eine freundliche Erinnerung nach zwei Wochen ist in Ordnung.
Woran du seriöse Kuratoren erkennst
Bei Playlists gibt es leider viele Anbieter, die mit gekauften Zahlen arbeiten. Das ist nicht nur Geldverschwendung, es kann deinem Song richtig schaden. Spotify schreibt auf seiner Seite zu künstlichem Streaming und Drittanbietern, die Streams garantieren, dass Dienste mit garantierten Platzierungen gegen Bezahlung gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen. Songs mit künstlich erzeugten Streams können ihre Zahlen verlieren oder ganz von der Plattform entfernt werden. In schweren Fällen kann Spotify sogar das komplette Künstlerprofil entfernen.
Auch die Spotify-Nutzungsrichtlinien verbieten es, Playlists zu verkaufen oder für das Hinzufügen von Inhalten zu einer Playlist eine Gegenleistung zu geben oder anzunehmen. Für dich heißt das: Wer dir für Geld einen festen Platz in einer Playlist verspricht, bietet dir etwas an, das Spotify ausdrücklich nicht erlaubt.
Warnsignale:
- Garantierte Platzierung oder eine feste Zahl an Streams gegen Geld.
- Playlists mit sehr vielen Followern, aber kaum Saves oder Interaktion auf den enthaltenen Songs.
- Playlists, in denen völlig unterschiedliche Genres wild gemischt sind.
- Plötzliche Stream-Spitzen aus Ländern, in denen du sonst keine Hörer hast, kurz nach einer Platzierung.
- Kein erkennbarer Mensch oder kein Unternehmen hinter der Playlist, kein Impressum, keine Kontaktmöglichkeit.
- Druck: „Nur heute", „letzter Platz frei", „sofort zahlen".
Gute Zeichen:
- Die Playlist hat ein klares Thema und wird regelmäßig gepflegt.
- Der Kurator sagt offen, dass er nur Songs aufnimmt, die passen, und dass eine Absage möglich ist.
- Du bekommst eine Antwort, im besten Fall mit Feedback, warum ein Song passt oder nicht.
- Wenn eine Gebühr anfällt, bezahlst du für das Anhören und die Rückmeldung, nicht für eine Platzierung.
- Hinter der Playlist steht ein Kanal, ein Blog oder ein Netzwerk, das du überprüfen kannst.

Der Zeitplan für deinen Release
Das Timing entscheidet mit darüber, ob dein Song überhaupt eine Chance bekommt. Der Redaktions-Pitch geht nur vor dem Release, viele Kuratoren wollen den Song dagegen schon hören können. Mit diesem Ablauf deckst du beides ab:
| Wann | Was du tust |
|---|---|
| 4 Wochen vorher | Song beim Vertrieb hochladen, Release-Datum festlegen, Cover und Texte fertig machen |
| 3 Wochen vorher | Pitch in Spotify for Artists abschicken, Kuratoren-Liste anlegen |
| 2 Wochen vorher | Kuratoren anschreiben, die vorab hören (privater Link), Social-Media-Inhalte vorbereiten |
| Release-Tag | Spotify-Link an alle Kuratoren schicken, die zugesagt haben oder nur veröffentlichte Songs nehmen |
| 1 Woche danach | Weitere Kuratoren anschreiben, Statistiken in Spotify for Artists prüfen |
| 2 bis 4 Wochen danach | Nachfassen, Platzierungen teilen, Kuratoren danken, Erfahrungen für den nächsten Release notieren |
Die 7 Tage aus den Spotify-Regeln sind das Minimum. Drei Wochen Vorlauf geben der Redaktion mehr Zeit und dir mehr Ruhe für alles andere.
Häufige Fehler beim Einreichen
Diese Fehler sehen wir bei Einreichungen immer wieder:
- Zu spät dran. Der Song ist schon draußen, und der Redaktions-Pitch ist damit vorbei. Plane den Pitch fest in deinen Release-Ablauf ein.
- Falsche Playlist. Ein Trap-Song in einer Lo-Fi-Playlist wird abgelehnt, egal wie gut er ist. Hör dir jede Playlist an, bevor du einreichst.
- Kein fertiger Song. Demos, schlechter Mix oder ein Intro von einer Minute. Viele Kuratoren entscheiden schnell, oft schon nach dem Anfang des Songs.
- Massennachrichten. Eine Nachricht, die an alle gleichzeitig geht, merkt man sofort. Ein persönlicher Satz macht den Unterschied.
- Nur Zahlen jagen. Eine riesige Playlist mit unpassenden Hörern bringt dir Streams ohne Fans. Eine kleinere Playlist mit genau deiner Zielgruppe bringt Follower, die bleiben.
- Nach der Platzierung nichts tun. Teil die Platzierung, bedank dich beim Kurator und verlinke die Playlist. Das stärkt die Beziehung für deinen nächsten Song.
So läuft das Einreichen bei EVOKE EMOTIONS
Wir betreiben eigene Spotify-Playlists für Rap, von Deutschrap bis zu UK, Latin und Greek Rap. Die Playlists werden jede Woche aktualisiert, und du kannst jederzeit einreichen.
So funktioniert es:
- Du schickst uns deinen Spotify-Link und wählst die Playlists aus, die zu deinem Sound passen.
- Ein echter Mensch aus unserem Team hört deinen Song an, für jede Playlist, die du ausgewählt hast. Du bekommst innerhalb von 72 Stunden eine Antwort.
- Passt der Song, nehmen wir ihn auf. Passt er nicht, sagen wir dir das ehrlich.
Das Anhören kostet ab 3 EUR, jede weitere Playlist 1 EUR. Wichtig: Du bezahlst für das Review, nicht für einen Platz. Eine Platzierung gibt es nur, wenn der Song zur Playlist passt. Die aktuellen Preise findest du im EVOKE Shop.
Wenn du deinen Song breiter aufstellen willst, kannst du ihn zusätzlich in unserem Netzwerk auf SoundCloud und YouTube einreichen. Du behältst dabei immer alle Rechte an deiner Musik. Das Einreichen selbst ist kostenlos: Track bei EVOKE EMOTIONS einreichen.
Häufige Fragen
Kostet es Geld, einen Song bei Spotify einzureichen?
Nein. Der Pitch an die Spotify-Redaktion über Spotify for Artists ist kostenlos. Bei unabhängigen Kuratoren ist es unterschiedlich: Viele hören kostenlos, manche verlangen eine kleine Gebühr für das Anhören und die Rückmeldung. Für eine garantierte Platzierung solltest du nie bezahlen.
Wie lange vor dem Release muss ich pitchen?
Laut Spotify mindestens 7 Tage vor der Veröffentlichung. Besser sind drei bis vier Wochen, damit die Redaktion genug Zeit hat und dein Song sicher im Release Radar deiner Follower landet.
Kann ich einen Song nach dem Release noch einreichen?
Bei der Spotify-Redaktion nicht, der Pitch funktioniert nur für unveröffentlichte Songs. Bei unabhängigen Kuratoren schon. Viele nehmen auch Songs auf, die schon länger draußen sind, solange sie zur Playlist passen.
Wie viele Songs kann ich gleichzeitig pitchen?
In Spotify for Artists immer nur einen. Nach dessen Release kannst du den nächsten Song vorschlagen. Wähle deshalb den Song aus deinem Release, hinter dem du am meisten stehst.
Woran erkenne ich, ob eine Playlist echte Hörer hat?
Achte darauf, ob die Playlist ein klares Thema hat, regelmäßig aktualisiert wird und ob hinter ihr ein erkennbarer Kurator steht. Verdächtig sind riesige Follower-Zahlen ohne Interaktion, wild gemischte Genres und Angebote mit garantierten Streams. Nach einer Platzierung zeigt dir Spotify for Artists, aus welchen Playlists und Ländern deine Hörer kommen.
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